Am Samstagmittag kam es um 16:30 Uhr bei sommerlichen Temperaturen in der Arena Horkesgath zum Aufeinandertreffen der zweiten Herren und den Highlander Lüdenscheid. Die Zusammensetzung der Kontrahenten verriet, dass hier kein Ligaspiel angesetzt war, sondern es im Pokalachtelfinale zum Aufeinandertreffen kam.

Die Lüdenscheider hatten bereits in ihrer Halle die erste Garnitur der Krefelder chancenlos mit einer 2:8-Niederlage nach Hause geschickt, sodass die Rollenverteilung klar war. Als dann auf der Gästeaufstellung keine einzige Waffe fehlte, schien das Ergebnis schon im Vorhinein festzustehen.

Die Partie begann aber ganz anders als erwartet. Nach einem Angriff der Gäste tankte sich Kapitano Winkels über außen durch und bediente mustergültig Flo Lintorf der nur noch zur 1:0 Führung einschieben musste. Der Außenseiter und Gastgeber führte als recht schnell. Es folgte aber ein absolutes Worst-Case-Szenario; in der fünften Spielminute erhielt der Krefelder Fendler eine Fünf-Minuten-Strafe, da er (unabsichtlich) einen Lüdenscheider Spieler von hinten über den Haufen fuhr. Um den guten Ruf des Seidenstädter Stürmer zu wahren sei gesagt, dass der Eisbär seinen Gegenspieler erst im letzten Augenblick sah und dieser dementsprechend unvorbereitet umfuhr. Zu erwähnen gilt allerdings, dass die Fünf-Minuten-Strafe vom akkustisch-auffälligen Lüdenscheider Trainer Fonsi kommentiert wurde. Der Erstligist zeigte in der Überzahl dann auch recht schnell seine Qualität und netzte bereits sechs Sekunden nach Powerplay-Beginn ein. Die restlichen 4:54 Minuten Unterzahl überstanden die tapferen Bären allerdings ohne weiteren Gegentreffer. Es kam gar noch besser, denn die Krefelder spielten weiter mutig mit und so konnte Max Wilk erneut nach einem Konter auf Vorlage von Kammen zur 2:1-Pausenführung treffen.

Der zweite Abschnitt begann mit sehr vielen versteckten Fouls und Nickeligkeiten die in der 25. Spielminute in einem sehr „robusten“ Check von Hinten gegen Matthias Onckels mündeten. Dem Juniorenspieler der Lüdenscheider sei kein böswilliges Verhalten unterstellt, fiel dieser doch zuvor eher durch spielerische als durch körperliche Aktionen auf. Zusätzlich zur Fünf-Minuten-Strafe handelten sich die Lüdenscheider, beschwingt durch ihren akkustisch auffälligen Trainer, einer Bankstrafe ein, sodass die Krefelder sich in Überzahl versuchen konnten. Die Überzahl brachte jedoch nichts Zählbares ein. Erst als aufgrund von Mo Berneckers Strafe 3 gegen 3 gespielt wurde, konnte Dennis Holthausen mit einem frechen Lupfer seitlich vom Tor gegen die Beine des Torhüters zum 3:1 einnetzen. Es lief also alles perfekt für die Krefelder. Was folgte war allerdings eine Farce für die Jungs aus der Seidenstadt. Es gab abermals Strafen auf beiden Seiten und so konnten die Highlander innerhalb von 1:15 Minuten durch einen Totalausfall der gesamten Krefelder Hintermannschaft in einer 3 gegen 3 Situation aus einem 1:3-Rückstand eine 5:3-Führung machen. Die Partie war gedreht. Doch war Krefelder auch geschlagen? Nein! Dennis Holthausen erzielte in der 38. Spielminute mit einem satten Schuss den Anschlusstreffer mit dem es in die zweite Pause ging.

Kurz nach Beginn des Schlussdrittels versetzte dann aber Jiri Svejda den Gastgebern mit dem 4:6 aus Krefelder Sicht den vermeintlichen Gnadenstoß. Doch Krefeld kämpfte weiter und kam in Überzahl durch Mo Bernecker zum erneuten Anschluss. 10 Minuten vor Ende erhielt dann ein Lüdenscheider Spieler für einen hohen Stock mit Verletzungsfolge eine Fünf-Minuten-Strafe. Von nun an spielte nur noch Krefeld und die Seidenstädter spielten sich gar in einen Rausch. Erst ein kurioses aber regelkonformes Tor, nachdem der Ball gegen die Wand prallte und den überraschten Gästetorhüter ungünstig aussehen ließ, dann zwei weitere sehr schön herausgespielte Überzahltore für die Gastgeber. Zu viel für das Trainerduo der Gäste, das von dato die bis dahin spärlich gezeigten Manieren schlichtweg ganz wegließ. Die Spieler der Lüdenscheider antworteten mit wütenden Angriffen auf der Krefelder Tor, doch Goalie Schrörs machte Chance um Chance zunichte. Max Wilk gelang 1:33 Minuten vor Ende noch der alles Schlusspunkt ins leere Tor.

Die Krefelder zeigten an diesem Tag eine starke kämpferische Leistung mit einem starken Comeback. Dem Erstligisten aus Lüdenscheid kann lediglich vorwerfen, sich (orientiert an seinen Trainern) von der Schiedsrichterleistung derart abgelenken zu lassen, dass nichts Zählbares zustande kam.