Am Ende waren es vier Sekunden die zum sehr sehr starken Comback der Seidenstädter fehlten. Denn als Elliot Melcer zum 10:9 für die Red Devils Berlin vier Sekunden vor Ende trifft, haben die Eisbären aus Krefeld vorher eine brutal starke Aufholjagd hingelegt. Aber der Reihe nach!

Am Sonntagmittag mussten die 9 Feldspieler und 1 Torhüter, nach einer sehr kurzen aber intensiven Nacht, um 15:00 Uhr zum Bully bei den Red Devils Berlin antreten. Die Berliner gehen aus den Buffalos der letzten Saison hervor, sodass die Vorzeichen ganz eindeutig waren; Berlin eindeutiger Favorit, die leicht angeschlagenen Eisbären der Underdog.

Die Partie begann auch entsprechend mit defensiv eingestellten Krefeldern und offensiven Berlinern. Doch zu Beginn kam für beide Mannschaften nichts zählbares rum, erst als der Berliner Kapitän Rudloff sich auf der Seite durchtankt und mustergültig in die Mitte auf Mitspieler Melcer legt der nur noch zum 1:0 einnetzen musste (11. Spielminute). Krefeld zeigte sich davon allerdings wenig beeindruckt und konnte in Person von Andre Kammen (der übrigens in ausgeliehenen Inlinern von Fabian Rudloff spielte, riesiger Dankeschön nochmal dafür) den 1:1 Ausgleich erzielen (12. Spielminute). 30 Sekunden später gelang dann aber wieder einem Berliner der Durchbruch über die Seite und mit einem platzierten Schuss ins lange Eck konnten die Gastgeber ihre Führung zurück erobern. Die Krefelder Partysektion gab aber weiterhin alles und wurde durch Kapitän Holthausen in der 16. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Nur 10 Sekunden nach dem Ausgleich konnte Alex Passmann vom Bully weg dann gar die 3:2 Führung erzielen mit der es auch in die Pause ging. Was war passiert? Das fragten sich vermutlich nicht nur die Gastgeber, sondern auch die Gäste.

Im zweiten Drittel konnten die Berliner bereits nach 6 Sekunden dann allerdings ausgleichen, doch die Seidenstädter in bester Manier erzielten 19 Sekunden später wieder die Führung durch Joel Palacz. Die Partie ging weiter hin und her und die Red Devils kamen durch einen Bauerntrick im Zusammenspiel mit Krefelder Verwirrung in der Defensive zum 4:4 Ausgleich. Zwei Minuten später vernaschte der Eisbären Kapitän dann erst die Berliner Hintermannschaft und legte dann gekonnt mit der Rückhand den Ball am Berliner Goalie vorbei – 5:4 (26. Spielminute). Was dann folgte kann allerdings niemand erklären. Die Krefelder stellten für fünf Minuten das Hockey spielen mehr oder minder gänzlich ein und Berlin erzielte von der 30. bis zur 34. Spielminute die 8:5 Führung. Partie gedreht, Partie entschieden, dachten zumindest die Hausherren.

Die Skating Bears wollten allerdings nicht aufgeben, doch Berlin bestrafte die risikoreiche Spielvariante und traf zum 9:5. Die Entscheidung? Mitnichten! Krefelder kämpfte und kämpfte und traf in der 46. Spielminute zum 9:6, in der 48. Spielminute zum 9:7 und in der 50. Spielminute zum 9:8. Das Spiel ging von nun an nur noch auf das Berliner Tor, die wenigen gefährlichen Entlastungsangriffe der Red Devils entschärfte der Krefelder Goalie und so konnten die Eisbären mit viel Glück und dem Inliner des Hauptstädter Goalies in der 53. Spielminute in Person von Alex Passmann den 9:9 Ausgleich erzielen – Wahnsinn! Was nun folgte war Dramatik pur; Andre Kammen erhielt eine Strafe und die Seidenstädter verteidigten mit Mann und Maus ihr Gehäuse und überstanden diese schadlos. Bei Spielzeit 57:24 erhielt Berlin eine Strafe und die riesige Chance zum Siegtreffer für die Skating Bears war da, doch der Ball wollte einfach nicht rein. So kam es vier Sekunden zur vorher beschriebenen Situation: Fabian Rudloff hämmert der Ball kurz vor Ende auf’s Krefelder Tor, ein Krefelder Verteidiger und der Goalie blocken den Ball ab, doch der Abpraller landet perfekt bei Elliot Melcer der den Ball nur noch einschieben musste.